


18.märz 2003
aufruf zum 18.märz - internationaler kampftag der politischen gefangenen
gegen ihren krieg unsere solidarität und unser widerstand -freilassung aller politischen gefangenen weltweitder 18.märz hat als internationaler kampftag für die freilassung der politischen gefangenen eine lange tradition in der revolutionären bewegung. entstanden in den tagen der pariser kommune (1871) hat die internationale rote hilfe diesen tag in den 20er jahren des letzten jahrhunderts weitgehend durchgesetzt. die durch faschismus und antikommunismus verdrängte tradition wurde erst mitte der 90er jahre von einigen initiativen wieder aufgegriffen. wir wollen auch in diesem jahr mit vielfältigen aktionen um den 18.märz dazu beitragen, unsere solidarität mit den revolutionären politischen gefangenen weltweit auszudrücken.
spätestens seit dem 11.september 2001 läuft unter dem stichwort 'krieg gegen den terror' eine kriminalisierungsstrategie gegen alle kräfte und individuen, die grundlegende widersprüche zur kapitalistischen weltordnung haben.
ihren ausdruck findet diese strategie in den "terrorlisten" von usa und eu, in denen neben einigen islamistischen gruppen vor allem jene parteien, befreiungsbewegungen und teilweise auch einzelpersonen aufgeführt sind, die teilweise seit jahrzehnten in ihren ländern gegen ausbeutung und unterdrückung kämpfen, wie z.b. die farc/ep (revolutionäre streitkräfte der unterdrückten) in kolumbien, die pflp (volksfront zur befreiung palästinas) und die npa (neue volksarmee philippinen), um nur einige zu nennen.
der geplante us-krieg gegen den irak ist nur der höhepunkt der imperialistischen politik der präventiven aufstandsbekämpfung, der seit jahrzehnten im gange ist.weltweiter widerstand
diese kriminalisierungsstrategie ist die antwort auf den revolutionären internationalen widerstand. beispiel kolumbien: dort operieren seit mehreren jahrzehnten zwei guerillagruppen, neben der farc die eln (nationales befreiungsheer), die zeitweise territorien in der größe der schweiz selbstverwaltet kontrollieren und im ganzen land operieren.
beispiel baskenland: inzwischen sind fast alle organisationen der linken baskischen unabhängigkeitsbewegung verboten. baltasar garzón, ermittlungsrichter am spanischen nationalen gerichtshof, hält an seinem konstrukt der "gesamt-eta" fest und verbietet damit die organisationen der jugendlichen (jarrai, haika, segi), die organisationen der angehörigen der politischen gefangenen (gestoras pro amnistia, askatasuna) und die partei batasuna, um nur einige zu nennen, indem er sie als "bestandteil der eta" bezeichnet. bis heute ist diese these unbewiesen, an den verboten ändert das nichts.
den menschen, die für das baskische selbstbestimmungsrecht eintreten, ist damit nahezu die gesamte politische vertretung genommen und sie führen eine kampagne unter dem namen "demokrazia euskal herriarentzat" (demokratie für das baskenland), um ihr recht auf selbstbestimmung zu verteidigen. die auslieferung der berlinerin gabriele kanze am 10.januar 2003 nach spanien zeigt, wie die repressionsmaschinerie zusammenarbeitet. die spanischen behörden werfen ihr unterstützung der eta vor. doch die belastenden aussagen wurden durch folter erpresst. obwohl nicht auszuschließen ist, dass gaby selber der folter ausgesetzt ist, wurde sie in einer nacht- und nebelaktion von den schweizer behörden am 10.januar 2003 nach spanien ausgeliefert. bei einer verurteilung drohen ihr 6-11 jahre haft.
globalisierungskritikerInnen: spätestens seit seattle werden die gipfeltreffen der mächtigen der welt von massiven protesten konfrontativ begleitet. an ihren widerstand hält die bewegung trotz zahlreicher verhafteter, verletzter und mehrerer toter (bekanntes beispiel: carlo giuliani in genua) weiterhin fest. die internationale koordinierung der repressionsorgane zeigte sich wieder ende januar im schweizerischen davos, wo sich das welt-economic-forum (wef), eine kleine elite aus politik und wirtschaft, traf. deutsche wasserwerfer und polizeieinheiten gingen gegen tausende wef-gegnerInnen mit wasserwerfen und cs-gas vor, die im polizeikessel 12 km von davos entfernt festsaßen.gefangenenwiderstand
seit oktober 2000 befinden sich revolutionäre gefangene in der türkei im längsten hungerstreik der welt. trotz über 100 toter und hunderter durch staatliche angriffe und die zwangsernährung schwer geschädigte revolutionärInnen setzen die gefangenen ihren kampf gegen die isolationsfolter drinnen und draußen fort. die isolationsfolter ist von in deutschland eingeführt und anschließend in alle welt exportiert worden. noch immer sitzen 5 gefangene aus der rote armee fraktion (raf) in deutschen knästen, deren sofortige freilassung wir fordern. auch in deutschland ist der widerstand gegen die projekte der herrschenden trotz integration und politischer repression nicht totzukriegen. es gibt kurzfristige mobilisierungen, wie die verteidigung des bauwagenplatzes bambule ende letzten jahres in hamburg oder längerfristige kampagnen, wie die seit jahren aktive flüchtlingsbewegung gegen residenzpflicht und abschiebung.
in den zahlreichen abschiebeknäste gibt es immer mehr gefangene, die nur deshalb im gefängnis sind, weil sie in deutschland leben wollen.immer wieder ist auch bei uns jeglicher widerstand mit repression konfrontiert. aktuelles beispiel ist die verhaftung und das 129a-verfahren gegen die zwei magdeburger genossen marco und daniel. sie sind seit dem 27.11.02. unter der beschuldigung inhaftiert, an anschlägen gegen lka-bgs-einrichtungen beteiligt gewesen zu sein. mit dem verfahren soll die linke szene magdeburgs ausgeleuchtet und jegliche debatte über militanten widerstand schon im keim erstickt werden, wie es einer der magdeburger gefangnen in einem brief aus dem gefängnis einschätzte.
die weltweiten klassen- und befreiungskämpfe unterstützen!
wir wollen den 18.märz - den internationalen kampftag für die freiheit der politischen gefangenen - nutzen, um die weltweit auf unterschiedlichem niveau geführten kämpfe zu unterstützen. die beste unterstützung leisten wir, wenn wir selber kämpfe gegen ausbeutung und unterdrückung führen. denn deutschland ist eines der zentren, die weltweit für hunger, unterdrückung und krieg verantwortlich ist.
- solidarität ist eine waffe!
- ein angriff gegen eine/n von uns, ist ein angriff auf alle!
- weg mit eu- und usa-terrorliste
- freilassung aller gefangenen aus den internationalen klassen- und befreiungskämpfenantiimperialistische türkeisolidarität (ats)/bundesweit, gruppe mücadele, antifaschistisches komitee duisburg, tayad-komitee hh, ikm, solidaritätskomitee für die freilassung von gabriele kanze, soligruppe dresden/az conni, anarchist black cross berlin, redaktion knast und justiz beim freien senderkombinat hamburg
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